Automatisierte Technische Dokumentation für variantenreiche Produkte
- Sven Wilms

- 10. Feb.
- 3 Min. Lesezeit
Das Variantenmanagement nimmt weiter zu im Maschinen- und Anlagenbau. Dass die deutschen Firmen dieses recht gut beherrschen, ist einer der Erfolgsfaktoren für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Aber der Aufwand hierzu steigt kontinuierlich mit der zunehmenden Komplexität im Vertrieb, in der Produktion und in der Wartung. Die Kundenerwartung ist selbstverständlich, dass sie ihre Ersatzteile, ihre Dienstleistungen und ihre Dokumentation varianzgerecht erhalten.
Das Problem ist, dass die Produktdaten und Informationen, die es für Produkte eines Anlagenbauers, eines Maschinenbauunternehmens, eines Software-Herstellers gibt, sehr häufig in unterschiedlichen Systemen abgelegt sind, in den oft genannten Daten-Silos. Variantengebende Merkmale eines Produkts können zum Beispiel in Produktkonfigurationen, in Engineering-Systemen, in ERP-Systemen oder in Vertriebs-Systemen vorhanden sein. Bei manchen Kunden erfolgt ein Abgleich zwischen diesen Systemen, dies ist aber leider nicht immer gegeben. Die unterschiedlichen Sichten auf diese Produktdaten sind eines der großen Probleme in Unternehmen. Manche Unternehmensbereiche konzentrieren sich auf die Funktionssicht; die Konstruktion betrachtet, was technisch funktioniert; die Produktion ist daran interessiert, welche Funktionen gehören zusammen und welche schließen sich aus. Zusätzlich erschwerend kommt im Variantenmanagement die unterschiedliche Granularität der Daten hinzu.
Für die technische Dokumentation ist das Variantenmanagement eine bekannte Herausforderung. Durch die zunehmende Produktvielfalt und die entsprechend veränderten Prozesse entsteht allerdings häufig ein zunehmender manueller Aufwand für die technische Redaktion, durch zum Beispiel Nachpflege von Metadaten oder das Anlegen von neuen Produktvarianten. Auch erfordern neue Wege der technischen Kommunikation, zum Beispiel über Chatbots, zusätzliche Metadaten.
Je nach bislang im Unternehmen existierender Systemlandschaft gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, dieser Herausforderung zu begegnen. Eine „digitale Datenkette“ ist allerdings immer sinnvoll. Sie ermöglicht, Daten aus einem System in ein anderes zu übertragen, und sorgt dafür, dass sich technische Redaktionssysteme Daten aus anderen Systemen (aus den sogenannten Sources of Truth) holen und verarbeiten können, ohne diese Daten verändern zu können.

Für diese „digitalen Datenketten“ gibt es verschiedene IT-Architekturen, die auch miteinander kombiniert werden können:
Ein Data Lake ist eine „Datensenke/ein Daten-Pool“, in dem verschiedenen Daten und Informationen (strukturiert und unstrukturiert) aus verschiedenen Systemen gesammelt und miteinander verknüpft werden, um sie anschließend an weitere Systeme weiterzuleiten.
Ein zentrales Master Data Management (MDM) dient als „Drehscheibe“, um Produktdaten an verschiedene Systeme zu liefern.
Die dritte mögliche Herangehensweise ist die Etablierung einer Middleware, einer Integrationsplattform, die verschiedene Systeme miteinander verbindet und die Datenflüsse zwischen ihnen steuert.
Die von uns vertretene Lösung unseres Technologiepartners entspricht einer „semantischen“ Middleware, da ein Wissensgraph Teil der Lösung ist, die sich Content Connect nennt.

Wir werden diese Lösung detailliert in einem unserer Webinare im März vorstellen. An dieser Stelle möchten wir nur einen kurzen Überblick geben:
Im linken unteren Bereich ist ein klassisches XML-basiertes Content Management-System abgebildet, wie es in vielen Unternehmen etabliert ist. Die Lösung von Empolis ergänzt dies allerdings einerseits mit einem separaten Metadaten-Management. Empolis hat sich dafür entschieden, die Metadaten, die ja klassischerweise im Redaktionssystem gepflegt werden, in einer eigenen Komponente zu verwalten, sie dort aufzubereiten und die entsprechende Semantik dort abzubilden. Die Informationen werden anschließend über einen weiteren zusätzlichen Bereich (rechts unten) der weiteren Nutzung zur Verfügung gestellt.
Diese Lösung bietet unter anderem folgende Vorteile:
Ein hohes Maß an Automatisierung der „digitalen Datenkette“
Eine Zentralisierung und systemische Abbildung des Wissens
Neben generischen Produktdokumentationen können auch sehr konfigurationsspezifische Produktdokumentationen bis hin zur Losgröße 1 abgebildet werden und in unterschiedlichen Formaten
Wir präsentieren eine detaillierte Darstellung dieser Lösung in unserem Webinar am 12. März. Seien Sie dabei!





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