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  • Sven Wilms

Veränderte Bedeutung von Bildern

Aktualisiert: 31. Mai 2019

Bilder wurden schon immer zu Propaganda-Zwecken und zum Ausdruck der Macht miß/gebraucht. Kaiser Augustus war einer der Ersten. Nun gibt es aber einen ganzen neuen Ansatz. Die Chinesen machen es (wieder einmal) vor. .

Kaier Augustus war eine faszinierende Persönlichkeit und ein machtbewusster Erfolgspolitiker, der die Münze als Beispiel für die Intensivierung der Bildersprache nutzte und mit seinen Prägungen auf Münzen "Propaganda" betrieb. Augustus wusste gut, dass das Volk durch die Münzbilder beeinflusst werden konnte und plante seine Prägungen sorgfältig.

Auch Mao war sich der Bedeutung des Bildes für seine Machtausübung bewusst.


„Das Mao-Porträt folgt der Tradition des byzantinischen Bildprogramms, in dem der Kaiser als Abbild Gottes erschien und in einen Zusammenhang mit der himmlischen Hierarchie gebracht war…. In ihrer Haltung zum Bild und im Umgang mit Staat und Partei sollten die Untertanen ihre Loyalität bezeugen. Die maoistische Theorie …nahm zudem an, dass die regelmäßige Begegnung mit einer vorbildhaften Persönlichkeit Menschen dazu bringen könne, sich im Sinne der gezeigten Person zu verhalten und so die Gesellschaft zu verändern.“ Gerhard Paul: „Das Mao-Porträt“ in Zeithistorische Forschungen, Heft 1, 2009. Das Mao-Porträt zählt zu den am meisten reproduzierten Bildern der Geschichte. Allein während der Kulturrevolution ist es in einer Auflage von 2,2 Mrd. Exemplaren vervielfältigt worden.


Nun ändert sich aber das Bild (Wortspiel!). Und es sind wieder die Chinesen, die diesen Wandel der Welt vor Augen führen: Nicht mehr die Münze oder das Bild des Führers sind wichtig, um die Macht auf sein Volk zu dokumentieren, sondern die vielen, vielen Millionen Bilder des Volkes, der einzelnen Personen, dokumentieren die Macht des Apparates. Die Volksrepublik China ist weltweit führend, was den Einsatz von Gesichtserkennungs-Software angeht. Im ganzen Land hängen derzeit um die 180 Millionen Überwachungskameras. 2020 sollen es bereits 600 Millionen sein. Dabei filmen die Kameras nicht nur unaufhörlich das Geschehen, sie erkennen auch, was gerade passiert und welche Menschen zu sehen sind. Und wie früher die vielen Bilder von Mao haben auch diese Art von Bildern die Zielsetzung, die Gesellschaft zu verändern, im Sinne der Machthaber.


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