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  • Sven Wilms

Menschen und Unternehmen neu verbinden

Was vor der Corona-Pandemie eher die Ausnahme war, ist ein Jahr später Normalität geworden. Team-Meetings, große internationale Kongresse, kleine Events und Vertriebspräsentationen sind in das Internet gewandert und werden digital durchgeführt.


Nun geht die Pandemie zu Ende, die Nach-Corona-Zeit beginnt: werden auch in Zukunft Veranstaltungen digital stattfinden oder wieder überwiegend in Präsenzveranstaltungen? Sind die virtuellen Events schon wieder Auslaufmodelle oder haben sie die Chance genutzt, sich kontinuierlich zu etablieren? Welche Erfahrungen wurden mit virtuellen, hybriden Veranstaltungen gemacht, welche Konzepte werden in die Nach-Corona-Zeit übernommen? Das sind Fragestellungen, die sich Mitarbeitende im Eventbereich und Digitalen Marketing stellen. Wie soll die Planung für 2022 aussehen?


Zu der Beantwortung dieser Frage wurden verschiedenste Umfragen bei potentiellen Messe-Teilnehmenden durchgeführt, zum Beispiel: „Präferieren Sie nach einem Ende der Corona-Einschränkungen Präsenz- oder virtuelle Konferenzen?“ Die konkrete Fragestellung mag jeweils variieren, die Tendenz bei den Antworten ist eher eindeutig: Eine Mehrheit stimmt bei dieser Fragestellung für Präsenz-Veranstaltungen. Für diese Entscheidung werden u.a. Punkte wie Emotionalität und Atmosphäre, Wertschätzung, Kontakte mit anderen Menschen und Haptik der Produkte angeführt.

Ich sehe diese Punkte genauso. Ich erinnere mich gerne an etliche Konferenzen, an die ich teilnehmen durfte: die Agenda für diese 3 Tage klang insgesamt gut, die Lokation in Nizza, Barcelona oder Berlin sah schick und vielversprechend aus, ich fühlte mich wertgeschätzt, dass mein Chef mir die Reise gestattete. Vor Ort fühlte ich mich wohl, konnte zwischen verschiedenen Vorträgen in den Sälen wandeln, zwischendurch Kaffee und Süßes genießen, meinen Arbeitsalltag hinter mir lassen und das ein oder andere interessante Gespräch führen. Ich habe mir auch immer Notizen gemacht und neue Ideen für die Zeit nach der Konferenz gesammelt. Die Kosten für diese 3 Tage mit Teilnahmegebühr, Flug, Hotel, Taxi, Arbeitsausfall von 4.000 – 5.000 € hatte ich im Hinterkopf irgendwo weg gespeichert. Ich kam motiviert und voller Tatendrang zurück. Schaute ich 2-3 Monate später auf diese Konferenz zurück, musste ich mir eingestehen: viel ist nicht geblieben. Ja, ich hatte eine nette Erinnerung, aber die Inhalte der Konferenz waren verblasst, die meisten Kontakte aus den Augen (und damit aus dem Sinn), die vielen Ideen standen noch auf meinen Notizblöcken, erschienen zurück im Arbeitsalltag schwierig umzusetzen. Das sind meine Erfahrungen mit guten Konferenzen, von den schlechten, die sich sofort als Fehlinvestition entpuppten, ganz zu schweigen. Hand aufs Herz: Haben Sie andere Erfahrungen gemacht?


Aber: diese Zeiten sind vorbei! Wer die oben aufgeführte Frage in Umfragen oder wer sich im Marketing diese Frage so stellt, fragt an der Realität vorbei. Die Zeiten ändern sich. Das kann man im Einzelfall begrüßen oder bedauern. Die Vorteile von virtuellen Veranstaltungen, seien es nun große internationalen Konferenzen, Teammeetings, Produkt- und Vertriebspräsentationen liegen einfach zu deutlich auf der Hand.


Ich führe die für mich wesentlichsten 3 Punkte auf:


Rentabilität

Auch wenn man die Aufwände für die Planung, Content-Erstellung und Durchführung von virtuellen Veranstaltungen nicht unterschätzen sollte, liegen die Veranstaltungskosten deutlich unter denen einer Präsenzveranstaltung mit Raumkosten, Standaufbau, Personal, Catering etc.


Reichweite

Die Teilnehmenden sparen Zeit und Kosten. Dadurch erzielt man mit virtuellen Veranstaltungen eine höhere Teilnehmerzahl als bei Präsenzveranstaltungen. Die Hemmschwelle zur Anmeldung ist geringer. Ja, die Aufmerksamkeit ist bei digitalen Veranstaltungen (noch) geringer, dies wird sich durch immer mehr Erfahrung mit diesen Konzepten und einer fortschreitenden Technologie verbessern. Auch ist das Tracking von Downloads, Raum-Aufenthalten etc. und damit das Controlling von Interessen digital sehr leicht möglich. Die gesteigerte Reichweite steigert die Rentabilität.


Content-Verfügbarkeit on demand

Während eine physische Veranstaltung in der Regel nicht länger als 2 – 3 Tage dauert, ist die unbegrenzt lange Abrufbarkeit ein weiterer Vorteil virtueller Messen. Somit haben digitale Veranstaltungen eine deutlich längere Lebensdauer als ihre physischen Pendants. Aussteller haben die Möglichkeit, permanente Messestände und Produktpräsentationen anzubieten. Der dauerhafte Online-Zugang zu diesen digitalen Showrooms kann für eine nachhaltige SEO-Optimierung und entsprechende Leads sorgen. Auch dies trägt wiederum zur gesteigerten Rentabilität bei.


Es gibt Stimmen, die sagen: Menschen möchten von Menschen kaufen, deswegen werden die Präsenzveranstaltungen bleiben. Ja, das sehe ich auch so, aber das ist für mich kein Widerspruch. Die Geschäftsrealität wird dazu führen, dass wirklich nur noch die (Verkaufs-) Gespräche, Meetings und Veranstaltungen Face-to-Face durchgeführt werden, bei denen das wirklich notwendig ist. Bei den meisten (Vor)-Gesprächen ist dies nicht der Fall. Deswegen ist es für mich eindeutig: Es wird auch weiterhin Präsenzveranstaltungen geben, aber im geschäftlichen Umfeld immer seltener. Nutzen wir vielmehr die Chancen, die uns die Digitalisierung bietet für eine neue Art und Weise, Menschen und Unternehmen neu zu verbinden!


Machen Sie sich doch selbst ein Bild: auf unserer virtuellen Konferenz über virtuelle Konferenzen. Am 07. Oktober führen wir unsere virtuelle Konferenz „Virtual Events: quo vadis?“ durch: kostenlos, effizient, hochwertig und von überall zu erreichen: https://www.software-innovation-bridge.com/events/virtual-events-quo-vadis. Sind auch Sie dabei?